ab 02. Dezember 2021 im Kino
Regie: Ridley Scott
Lady Gaga – Patrizia Reggiani
Adam Driver – Maurizio Gucci
Salma Hayek – Pina Auriemma
Jared Leto – Paolo Gucci
Al Pacino – Aldo Gucci
Jeremy Irons – Rodolfo Gucci
Beginnend im Jahr 1970 folgt der Film den düsteren Geheimnissen und tödlichen Intrigen hinter den glamourösen Kulissen der berühmten Modedynastie. Im Mittelpunkt steht die vielschichtige Patrizia Reggiani (Lady Gaga), die Maurizio Gucci (Adam Driver) heiratet, einen der Erben des ikonischen Modehauses. Immer wieder konkurriert sie mit den Schlüsselfiguren des Familienunternehmens um Kontrolle und Macht, unter anderem mit ihrem Ehemann, dessen geschäftstüchtigem Onkel Aldo (Al Pacino), seinem risikofreudigen Cousin Paolo (Jared Leto) sowie seinem traditionsbewussten Vater Rodolfo (Jeremy Irons). (Pressetext)

House of Gucci ist das unspektakulärste epische Werk, das gleichzeitig langweilig und spannend ist. Ridley Scott hat definitiv ein Auge für tolle Bilder und bringt selbst in einfache Szenen eine visuelle Faszination.

Und einfache Szenen gibt es genug. Es fällt am Anfang nur nicht auf, weil alles in so einem imposanten Setting stattfindet. Da hängen wundervolle Kunstwerke an den Wänden der Villen und die Kleidungsstücke sind selbstverständlich alle exquisit, die Autos die Traumwagen ihrer Zeit.

Die Darsteller geben erfolgreich ihr Bestes, um ihre Figuren authentisch wirken zu lassen. Gleichzeitig aber wirken sie so übertrieben und unnatürlich (liegt es am aufgetünchten italienischen Akzent in der Originalfassung?), dass ich im Kino saß und gegrübelt habe, wie ich dazu etwas schreiben soll, dass nicht negativ wirkt und gleichzeitig keinen Zweifel dran läßt, dass hier irgendwas (absichtlich) nicht stimmt.

Es ist eigentlich klein, aber dennoch wirkt es groß, das was groß, bzw. bedeutend ist, wirkt wiederum klein.
Der ganze Film dreht sich ja um die wahre Geschichte der Familie eines weltbekannten, bedeutenden Modehauses, aber die einzelnen Geschichten wirken so banal und wie von nebenan. Hätte ich Lindenstraße jemals gesehen, würde ich wahrscheinlich sagen, es könnte ein Teil davon sein. Während die einzige außergewöhnliche Sache – ein Mord, so klein in Szene gesetzt wurde, dass ein Tatort daneben aussieht, als wäre es ein Hollywood-Shooter.

Ich kann als Fazit nur sagen, dass Scott einen Anachronismus abgeliefert hat, der eigentlich nicht funktionieren kann, er macht sich lustig, oder gibt die Realität nur präzise wider?
Er verrennt sich bis zur Absurdität in lächerlichen Details, oder zeigt nur, dass die Welt der Schönen und Reichen genau das sein kann: Absurd und lächerlich.
Der Zuschauer soll entscheiden. Ich persönlich bin fasziniert aus dem Kino gekommen und glaube, dass jeder Quadratzentimeter Leinwand zu jedem einzelnen Frame genau das Richtige gezeigt hat.

© Johann Hoffmann, Bilder: Universal/ MGM