Winter’s Tale

WT_Artwork.indd Winter’s Tale
www.winters-tale.de

ab 13.02.2014 im Kino

Regie: Akiva Goldsman

Colin Farrell – Peter Lake
Jessica Brown-Findlay – Beverly Penn
Russel Crowe – Pearly Soames
Jennifer Connelly – Virginia Gamely
William Hurt – Isaac Penn
Mckayla Twiggs – Willa
Will Smith – Judge

Meisterdieb Peter Lake hätte nie erwartet, dass ihm die schöne Beverly Penn (Brown Findlay) sein Herz stehlen würde. Doch die beiden verlieben sich – aber ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern: Beverly verglüht durch eine tödliche Variante der Schwindsucht, und Peter steht auf der Abschussliste seines ehemaligen Mentors: Der dämonische Pearly Soames (Crowe) will Peter brutal ermorden. Verzweifelt versucht Peter die Liebe seines Lebens über die Schranken der Zeit und im Kampf mit den Mächten der Finsternis zu retten, während Pearly die Legionen der Hölle in Bewegung setzt, um Peter zu vernichten: Der Gewinner bekommt alles, der Verlierer wird verdammt. Nur ein Wunder kann Peter retten – doch erst die Zeit wird zeigen, ob ihm dieses Wunder vergönnt ist. (Pressetext)

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Ein romantischer Film für den Valentinstag. Okay, nehmen wir das so hin und gehen als brave Männer mit unseren Frauen ins Kino. Kann ja nicht so schlimm sein, denn schließlich ist ja auch Action und Fantasy dabei. Oder?
Ein Klischee? Oh ja, aber der Film bedient auch ganz viele und erhebt sich leider nur ganz selten darüber hinaus.

Tatsächlich ist alles so, wie wir geübten Kinogänger es erwarten: Colin Farrell hat wie immer seinen Hundeblick drauf (gut, dass ihm ein Pferd zur Seite gestellt wurde, sonst wüßte man gar nicht, wer die Hauptrolle spielt.)

DSC_4531.dngEs gibt eine wunderschöne junge Frau, die der diebische Prinz erobern muss und ein dämonisch böser Gegenpart darf auch nicht fehlen.
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In „Winter’s Tale“ verkörpert vom aus „Les Miserables“ auferstandenen Russel Crowe, der genauso wirkt, wie da, aber zum Glück nicht singt. Dank dezenter grafischer Effekte ist er ein furchteinflößender Antagonist, bietet aber keine schauspielerische Glanzleistung.

Ganz ohne Ironie: einen wirklich genialen Auftritt legt Will Smith und sein Schatten hin, leider ist davon kein Szenebild verfügbar. Aber Will Smith so zu sehen, hat dem ganzen Film geholfen. Lässig, charismatisch, böse.
Wenn er so die ganze Zeit in „After Earth“ gespielt und seinen Sohn weggelassen hätte, wäre jener Film auch mit Scientology Anleihen erträglich gewesen…

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800CM.750_v005_grd001.0113Für „Winter’s Tale“ gilt: Weniger Schmalz wäre mehr gewesen. Die vorhandenen schönen Szenen werden von triefenden eingeschlossen und ertränkt. Gleichzeitig verschenkt er Potential in seiner prüden und züchtigen – in schlimmster Weise amerikanischen – Art.
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Insgesamt bleibt leider festzuhalten: Die in ihrer Grundstruktur vorhersehbare Story und der schon oft (besser) gesehene Kampf Gut gegen Böse passt zu diesem Standard-Machwerk: Es ist ein kitschiger Film, der der Romanvorlage entsprechend Übernatürliches heranzieht, das aber eigentlich nicht nötig gehabt hätte, um seine Geschichte von unendlicher Liebe zu erzählen.

Da helfen auch die anderen bekannten Schauspieler wie Jennifer Connelly (immer noch sehr attraktiv) und Eva Marie Saint nichts. Wer als Mann in der Beziehung noch etwas zu sagen hat, holt „Die Frau des Zeitreisenden“ aus dem DVD Regal. Es ist trotz Kitsch und Herzschmerz der bessere Film und hat auch Fantasy drin.

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1 Kommentar

    • Cornelia auf 15. Februar 2014 bei 11:55

    Diese Kritik hat in allen Punkten recht und man sollte unbedingt auf dieses Kinoerlebnis verzichten, egal ob als fürsorglicher Partner oder romantischer Single. Denn grundsätzlich wäre gegen Schmalz und Kitsch ja noch nichts zu sagen (s.z.B. TITANIC, PRETTY WOMAN), auch gegen Hundeaugen einerseits oder böse Fratzen andererseits hilft ja manchmal einfach ein Kissen drüberzulegen. Aber dass eine Story ihren eigenen Figuren nicht traut und dass das Potential hier wirklich uneingeschränkt schöner, erfahrener Schauspieler nicht genutzt wird, ist unverzeihlich: Männer dürfen keine entschiedenen, liebenden, rettenden Kerle mehr sein, sondern brauchen als Helfer schöne Pferde, die plötzlich ihre Flügel ausfahren und sie mit der Geliebten über böse Menschen hinwegtragen. Frauen dürfen auch nicht mehr entschieden, liebend und klug sich ihre Prinzen aussuchen, sondern müssen nehmen, was ihnen so Flugpferde oder auch räuberische Nebenabsichten so zuführen. Und solche Ersatzbefriedigungen wie auf Pferden oder starken Schultern (s. TWILIGHT) davonzufliegen soll dann besser und vor allem gesünder sein (!) als Sex, weil man davon ja als Frau verglühen könnte oder als Mann einfach doof den Kopf verliert. – Das ist wirklich reaktionärer Kitsch. Und es wäre zu raten, sich von allen beteiligten Schauspielern lieber all deren andere Filme nochmal anzuschauen, Will Smith` super Teufels-Auftritt später aus der DVD rauszukopieren – oder sich gleich ein rosa Einhorn oder Flugpferd ins Schlafzimmer zu hängen. Nur bitte nie nie nie diesen Film gucken.

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