Freikarten „Follow Me“ und mehr

Das war ja umwerfend!
Mit so einer großen Reaktion auf unsere 2 x 2 Freikarten haben wir nicht gerechnet.
Ihr wollt also wieder ins Kino gehen.
Gut so!

Wenn Ihr nicht Marlies F. aus Essen oder Bertram S. aus Erfurt seid, könnt Ihr gern trotzdem ins Kino gehen und die Filmindustrie mit dem Kauf von Tickets unterstützen, damit auch weiterhin Filme dafür produziert werden können, wo sie hingehören, nämlich ins Kino.

Dafür bietet sich aktuell zum Beispiel TENET an, der zwar nicht der großartigste Nolan-Film aller Zeiten ist, aber dennoch sehr gut als krachender Wiedereinstieg ins Kinoleben taugt.

Für die Ängstlichen oder Gefährdeten, die das Heimkino weiterhin bevorzugen, gibt es als Empfehlung ab heute „Mulan“ auf Disney+.
Auch hier gilt: NIcht der beste Disney Film aller Zeiten, aber ein überraschend guter Film über Emanzipation und Edelmut aus einer exotischen Welt.

TENET

ab 26. August 2020 im Kino

Regie: Christopher Nolan

John David Washington – Der Protagonist
Robert Pattinson – Neil
Elizabeth Debicki – Kat
Kenneth Branagh – Andrei Sator
Michael Caine – Michael Crosby
Dimple Kapadia – Priya

Um die gesamte Welt vor dem Untergang zu bewahren, steht dem Protagonisten nur ein einziges Wort zur Verfügung: TENET.
Seine Mission führt ihn in eine zwielichtige Welt der internationalen Spionage, in der die Gesetze der Zeit nicht zu gelten scheinen. Zeitreisen? Nein. Inversion. (Pressetext)

Ein Christopher Nolan Film wird immer mit Spannung erwartet und bislang schaffte es Nolan auch immer, uns. sein Publikum zu begeistern („nicht zu enttäuschen“ wäre einfach zu niedrig gegriffen.) Das liegt an der unglaublichen visuellen Wucht, die uns von der Leinwand entgegen geworfen wird, einer neuen, neuartigen oder auf besondere Weise erzählten Story und dem großem Aufgebot an bekannten Schauspielern.

TENET mach in den ersten zwei Punlten keine Ausnahme. Gefühlt jede zweite Szene ist entweder an sich bombastisch oder einfach vom Effekt unglaublich.
„Wow, wie hat er das denn nun wieder gemacht“ war ein noch häufigerer Gedanke in meinem Kopf, als „Häh, wie löst sich denn das bis zum Schluss des Films noch auf?“

Bei diesem Film ist die Gefahr zu groß, zu spoilern und ehrlich gesagt möchte ich den Zuschauer auch diesen großen und großartigen Eindruck unvorbereitet aufs Gehirn treffen lassen. Davon lebt TENET.
Die verzwickte Story wird für manchen sehr kompliziert sein, aber das ist gut so, denn vielleicht geht der eine oder andere dann noch ein zweites Mal ins Kino und fördert damit ein kleines bisschen die gebeutelte Industrie.

Für mich gibt es eigentlich nur einen kleinen Wermutstropfen: Der Hauptdarsteller, John David Washington, im Film einfach nur der Protagonist genannt, ist etwas blass
Er füllt den Raum (noch) nicht wie sein Vater Denzel Washington, Samuel L. Jackson oder Christian Bale, mit dem Nolan z.B. in den Batman Filmen zusammengearbeitet hat.
Vielleicht ist seine Darstellung aber auch von Nolan so gewünscht, denn der ganze Film ist emotional unterkühlt, passend vielleicht zur Welt der Spionage.

TENET ist ein großes Feuerwerk an viesuellen Reizen und damit perfekt geeignet, den entscheidenden Funken zu sprühen, um die Kinos wieder zu füllen. Ich empfinde es wichtig, dass weiterhin oder endlich wieder große Filme gemacht werden, deshalb gibt es von mir auch die ernste Aufforderung an alle Leser: Gehen Sie ins Kino!

© Johann Hoffmann Bilder: Warner Bros.

Follow Me

ab 20. August 2020 im Kino

Regie: Will Wernick

Keegan Allen – Cole
Holland Roden – Erin
Ronen Rubinstein – Alexei
Denzel Whitaker – Thomas

Der Social-Media-Star Cole (Keegan Allen) filmt für seinen erfolgreichen Vlog alles, was er erlebt. Seit zehn Jahren liefert er seinen Followern ständig neuen, spannenden Content und schreckt dabei vor keiner noch so extremen Challenge zurück. Zum Jubiläum seines Kanals reist er mit seiner Freundin Erin (Holland Roden) und ein paar Freunden nach Moskau, um dort an einem mysteriösen Spiel teilzunehmen: Ein berüchtigter, hyperrealistischer Escape-Room soll die Gruppe an ihre Grenzen bringen. Doch was als morbides Spiel beginnt, wird bald zum Kampf ums nackte Überleben – den Millionen Fans im Livestream mitverfolgen … (Pressetext)

Nach langer, langer, unfreiwilliger Kinoabstinenz, kann ich mich endlich mit einem Film und sogar, juhu, einer Verlosung, zurückmelden! Dazu unten mehr.

„Follow me“ ist ein fieser Horrorthriller, der ganz klischeehaft beginnt: eine Gruppe von Freunden rum um den mutigen, etwas arroganten und selbsverliebten Abenteurer Cole, den nichts schrecken kann, wird zum ebenfalls komplett klischeehaft neureichen Russen eingeladen, um in Moskau zu feiern und Nervenkitzel zu verspüren.

Auch die restliche Einleitung wirkt mit den vorkommenden Statisten und Orten nicht gerade erfrischend neu, aber dann geht’s los. Jetzt beginnt für die Helden das Martyrium und mich die Schnitzeljagd der Erinnerungen. An welchem Film orientiert sich „Follow me“ jetzt? „Saw“, oder doch am Vorgänger „Escape Room“ von 2017? Interessant ist, dass Autor und Regisseur Will Wenick beider Filme hier mit einem ähnlichen Thema wieder zugeschlagen hat. „Cube“ können wir jedenfalls außen vor lassen, dafür musste ich kurzzeitig an „Open Windows“ mit Eijah Wood denken. Aber bei welchem bitterbösen Klassiker dieser Film wirklich Anleihen genommen hat, verrate ich nicht 😉

Irgendwann dreht der Film leicht, die Kritik an der ständigen Selbstinszenierung und am Online-Gaffen wird deutlicher und könnte der Zielgruppe der jugendlichen Socialmediadauernutzer einen Spiegel vorhalten. Wäre da nicht die mittelmäßige Performance des Hauptdarstellers und die Blässe der Nebendarsteller, die warum doch gleich gerettet werden sollen?
Außerdem ist schade, dass der Film seinem Titel nicht kontinuierlich in der Kamera treu bleibt.
Die meiste Zeit wird die Geschichte konventionell erzählt. Die Handys und Überwachungskameras sind nur am Anfang wichtig. Dafür sprechen Russen wirklich Russisch und wir Zuschauer sind genauso verloren wie die Protagonisten…

Erst im letzten Drittel fing der Film an, Spaß zu machen, dann wird der Influencer zum Mensch und bekommt Charakter. Echte Freunde sind halt doch wichtiger als Likes und Follower. Dafür geht der Held Risiken ein und gibt alles.

„Follow me“ bietet Freunden des Genres, die es aber nicht zu hart mögen (also spätestens nach „Saw“ ausgestiegen sind) durchaus Nervenkitzel und Gänsehaut. Für mich reicht es trotz des Twists nicht über Mittelmaß hinaus, aber ich bin ja auch über 20 Jahre Fantasy Filmfest geschädigt.

+++Verlosung! +++Kostenlose Tickets+++ Verlosung+++

Für normale Menschen, genauer zwei davon, gibt es die Chance, den Film auf Kosten von Capelight im Kino zu sehen und noch jeweils einen realen Freund mitzunehmen.

Wer also zwei Tickets für den Film „Follow Me“ gewinnen möchte, schreibe bitte eine Mail an
info ät schwarzlicht. tv

Im Betreff sollte „Follow me“ stehen und im Text Eure Adresse.
Die Daten werden sofort nach Ende des Gewinnspiels am 25.8.2020 nach Ziehung der Gewinner gelöscht und für nichts als den Versand der Freikarten genutzt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und auch alle anderen, die diesmal nichts gewonnen haben, sollten unbedingt mal wieder ins Kino gehen! Helft der Filmwirtschaft, helft den Kinos!

© Johann Hoffmann Bilder: Capelight

Ip Man 4: The Finale

ab 5. März 2020 im Kino

Regie: Wilson Yip

Donnie Yen – Ip Man
Wu Yue – Wan Zong Hua
Scott Adkins – Barton Geddes
Danny Chan – Bruce Lee
Vanness Wu – Sergeant Hartman
Chris Collins – Colin Frater
Vanda Margraf – Wan Yonah

Der legendäre Ip Man kommt nach San Francisco, um eine Schule für
seinen Sohn zu fi nden und seinem Schüler Bruce Lee beim Aufbau eines Wing
Chun-Trainingscenters zu unterstützen. Seine ungewöhnlichen Lehrmethoden
sorgen für Anfeindungen von chinesischen und westlichen Martial Arts-Kämpfern.
Besonders brutal geht dabei Barton vor, ein amerikanischer Marineoffi –
zier, der die Auseinandersetzungen auf einen unausweichlichen Clash der
Kampfkunst-Disziplinen zuspitzt: Welche Martial Arts-Form ist die überlegene?
Welche Nation kann den Sieg davontragen?
(Pressetext)

Endlich der letzte Teil der Serie um den berühmten Kampfkünstler.
Ja, ich muss „endlich“ schreiben, denn es reicht.
Die Kampfszenen sind ohne Frage perfekt choreografiert und geben schon ansatzweise das Gefühl von Realismus, aber leider nur diese.
Der Rest ist so verdammt einfach schwarz-weiß gestrickt, dass es wehtut.

Dabei geht es gar nicht um die bösen (weißen) Gegner, die ihre Kampftechniken für überlegen halten, sondern darum, dass alle Amerikaner fiese rassistische und disktriminierende Mistkerle sind. Und ich bin der letzte, der „die Amis“ in Schutz nehmen will, denn viele waren zu der Zeit sicherlich fiese rassistische und diskriminierende Mistkerle und der Umgang mit Minderheiten (bis heute) niederträchtig. Ich sitze nur im Kino und komme gar nicht umhin zu denken, dass es sich um billige Propaganda gegen die USA handelt und damit eine Abneigung zu entwickeln.

Überhaupt habe ich mich während des Films häufiger an Hollywood erinnert gefühlt: Die Musik ist zum Beispiel viel zu dick aufgetragen und schmalzt ständig durch die Szenen. (Gut, Kenji Kawai ist mir schon seit Avalon (2001) genau so in Erinnerung und hat ja auch die Klangsuppe der anderen Ip Man Filme zu verantworten.)

Die Story ist so simpel, dass sich selbst Computerspiele dafür schämen würden, wie der Held von Level zu Level geschickt wird. Und die Bösen sind passenderweise auch in der heutigen Zeit die Lieblingsfeinde Chinas, nämlich Japaner und Amerikaner.

Lichtblicke gibt es natürlich auch. Obwohl sich alles an wenigen Orten abspielt, wird die Zeit der sechziger Jahre gut eingefangen und die kleine Teenagerchinesin Wan ist versöhnlich, weil sie lieber westliche Cheerleaderin als östliche Tai-chi Expertin sein möchte.

Und natürlich immer wieder die Kampfszenen… Wer alles andere ausblendet, wird allein dafür schon den Film genießen können.

© Johann Hoffmann, Fotos: KochFilms

The Lodge

  • The Lodge
  • ab 6. Februar 2020 im Kino

Regie: Veronika Franz & Severin Fiala

Richard – Richard Armitage
Mia – Lia McHugh
Aidan – Jaeden Martell
Grace – Riley Keough

Der Journalist Richard beschließt, die Weihnachtsferien mit seinen beiden Kindern Mia und Aidan sowie seiner neuen Freundin Grace in seiner gemütlichen, verschneiten Waldhütte in den Bergen zu verbringen. Doch seine Kinder sind davon alles andere als begeistert: Sie trauen ihrer „zukünftigen Stiefmutter“ nicht über den Weg – und lassen sie das auch bei jeder Gelegenheit spüren. Als Richard beruflich für ein paar Tage in die Stadt fahren muss und seine Familie alleine in den Bergen zurücklässt, passieren jeden Tag neue, unheimliche Ereignisse, die Mia und Aidan in ihrer Meinung bestärken, dass mit Grace irgendetwas nicht stimmt. Und als die Geschwister dann auch noch äußerst grausamen Details aus Graces Kindheit auf die Spur kommen, beginnt ein zunehmend eskalierendes Katz-und-Maus-Spiel, das die Drei an die Grenzen des Wahnsinns – und hindurch – führt… (Pressetext)

Nach dem Selbstmord seiner Frau will Journalist Richard (Richard Armitage) mit seinen Kindern Mia (Lia McHugh) und Aidan (Jaeden Martell) das traumatische Erlebnis in den Weihnachtsferien einer verschneiten Waldhütte in den Bergen vergessen. Aidan reagiert verärgert darüber, als er erfährt, dass Grace (Riley Keough), die neue Freundin seines Vaters, die er bald heiraten will, begleiten soll.

Währenddessen versucht Mia ihren Kummer in der Gesellschaft ihrer Puppe zu verarbeiten. Die Kinder finden heraus, dass Grace die einzige Überlebende eines Massensuizids einer christlichen Sekte ist, als sie ihr Bild in einem Zeitungsbericht entdecken. Verängstigt über Videos, die sie über die Sekte im Internet sehen, trauen sie ihrer künftigen Stiefmutter nicht über den Weg. Zur Liebe ihres Vaters willigen sie dennoch Graces Teilnahme an dem Trip ein.

Schon das erste Aufeinandertreffen im Auto verläuft eisig. Skeptisch beäugt Aidan Grace, während die malerische Landschaft an ihnen vorbeizieht. Kaum in der Hütte angekommen sorgt das Tischgebet der Kinder bei Grace für Unbehagen. Während des nächsten Morgens kommt es in der Winterlandschaft fast zu einem Unglück. Das plötzlich einbrechende Eis, von dem Grace verschluckt zu drohen scheint, könnte das „Problem“ der Kinder lösen, schweißt das Paar jedoch nur noch mehr zusammen. Als Richard für einen Auftrag die Kinder in der Obhut von Grace alleine lässt, versucht diese, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Doch ein Video der Kinder mit ihrer Mutter macht ihr schnell deutlich, dass sie nie deren Platz einnehmen wird.

Die Temperaturen sinken im Haus und Grace und die Kinder müssen näher zusammenrücken. Draußen tobt ein Schneesturm, der sie von der Außenwelt abschneidet. Mit Horrorfilmen vertreiben sie sich die Zeit, nichtsahnend, dass sie sich selbst mitten in einem ähnlichen Szenario befinden. Graces mentale Verfassung verschlimmert sich zusehends und sie droht die Kinder mit in ihren ganz privaten Abgrund zu ziehen.

Der Film nutzt überwiegend dunkle Bilder, in denen Details nur schwer zu erkennen sind. Kamerafahrten durch ein scheinbar leeres Haus vermitteln ein mulmiges Gefühl. Leider läßt die Auflösung dieser Szenen zu lange auf sich warten und ist dann auch ziemlich unbefriedigend. Close-ups auf besorgt dreinblickende Gesichter lassen den Zuschauer an der zerrissen Gefühlswelt der Charaktere teilhaben. Das Schlittschuhlaufen der Kinder liefert einen kurzen Moment der Ausgelassenheit. Bibelverse, die von der Stimme von Graces Vater aus dem Off und den Kindern zelebriert werden, untermalen das unheimliche Szenario.

Fazit: „The Lodge“ ist mehr Psychodrama als Horror, auch wenn Elemente des Genres erkennbar sind. Ohne große Schockmomente wird der Zusammenbruch von Grace eher langsam in Szene gesetzt. Die österreichischen Filmemacher konnten ihren gemächlichen Film überraschenderweise als Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfests 2019 platzieren.
Zusammen mit einem zweiten Film des Festivals „Little Joe“, der gerade ins Kino gekommen ist, hat Österreich einen starken Start ins Genrefilmjahr. Ist die Zeit der schnellen Schnitte damit vorläufig vorbei? Wenn die dortigen Filmemacher es schaffen, interessante Storys zu ihren ruhigen, schönen Kamerafahrten zu liefern, könnte in Zentraleuropa ein interessanter Kontrapunkt zu Hollywood im Genre gesetzt werden.

© Sandy Kolbuch & Johann Hoffmann, Foto: SquareOne Entertainment

Bad Boys for Life

Bad Boys For Life
www.BadBoysForLife.de #BadBoysForLife
ab 16. Januar 2020 im Kino

Regie: Adil El Arbi & Bilall Fallah

Will Smith – Mike Lowrey
Martin Lawrence – Marcus Burnett
Vanessa Hudgens – Kelly
Joe Pantoliano – Captain Howard
Kate del Castillo – Isabel Aretas
Jacob Scipio – Armando Armas

Die Bad Boys Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) sind gemeinsam zurück für einen letzten großen Ritt in der mit Spannung erwarteten Actionkomödie Bad Boys for Life. (Pressetext)

Mit einer Überraschung beginnt 2020 im Kino. 25 Jahre nach dem ersten Teil kommt von einem mir vollkommen unbekannten marrokanischen Regie-Duo Adil El Arbi & Bilall Fallah der dritte Teil der von Michael Bay begonnenen Bad Boys Serie in die Kinos. Können die beiden die Fußstapfen der Hollywoodgröße ausfüllen? Immerhin hatte Michael Bay 1995 mit seinem ersten Langfilm einen ziemlichen Hit gelandet – und das ganze dann vor 17 Jahren mit Bad Boys 2 fortgeführt. Immerhin ist Produzent Jerry Bruckheimer wieder dabei um die 90 Millionen Dollar Budget gut angelegt zu haben.

Ein bisschen gealtert sind die beiden Cops Mike und Marcus schon, aber zumindest einer von beiden ist noch genau so draufgängerisch wie früher. Während der andere reifer geworden ist und sich aus dem Polizeidienst zurückziehen will, was die Freundschaft und Zusammenarbeit auf eine den Film umspannende Probe stellen wird.

Der Film beginnt furios im Porsche und hält dann dieses Tempo immer dann, wenn es notwendig ist. Zwischen den Actionszenen kommen die typischen flotten Sprüche der beiden Protagonisten, denen diesmal zu deren Verdruss ein Team zur Seite gestellt wird.

Glücklicherweise ist das ganze nicht nur perfekt austariert, sondern auch passend zu unserer Zeit und dem Alter der Helden. Technik und Diplomatie spielen plötzlich eine Rolle, aber auch die Familie.

Wären da nicht die bösen Schurken, die den beiden das Leben ziemlich vermiesen, weil sie das Umfeld von Mike niedermähen. Diese sind brutal (was die FSK16 vollkommen rechtfertigt), aber auch den beiden ebenbürtig. Das macht es für uns Zuschauer interessant.

Ob jetzt die Verwicklungen und Wendungen wirklich so überraschend sind, sei mal dahingestellt, aber das tut dem Film keinen Abbruch. Es macht Spaß, dem Duo zuzusehen, besonders, wenn sie mit ihrer 90er Jahre Art scheitern, ohne dass es aber lächerlich wirkt.

Die Gags sitzen alle und das Timing stimmt immer hervorragend. Die Actionszenen sichwanken im positiven Sinne zwischen zackig und absurd. Da haben die beiden Regisseure ganze Arbeit geleistet und zeigen, dass es kein Michael Bay sein muss, um eine verdammt gute Actionkomödie hinzubekommen. Trotzdem wird aber wohl Bay im vierten Teil Regie führen.
Von Adil El Arbi & Bilall Fallah erhoffe ich mir noch weitere Überraschungen, mit „Bad Boys for Life“ haben sie auf jeden Fall gezeigt, dass sie mit den Regiegrößen mithalten können.

 

© Johann Hoffmann, Fotos Sony Pictures

 

Drachenzähmen leicht gemacht – Die guten alten Zeiten

Nicht nur wir freuen uns auf die Feiertage, sondern auch die Wikinger von der Insel Berk. Der Kurzfilm mit dem Titel „Drachenzähmen leicht gemacht – Die guten alten Zeiten“ beginnt circa 10 Jahre, nach dem Ende von „Drachenzähmen leicht gemacht: Die geheime Welt“ (2019). Hicks und Astrid sind erwachsen und leben mit ihren zwei Kindern Zephyr und Nuffink auf der Insel New Berk. Während sich alle Bewohner auf Snoggletog vorbereiten – ein großes Familienfest mit vielen Geschenken, die in den Helmen der Wikinger versteckt werden – fehlen allen die Drachen sehr.

Hicks und Astrid

Diese leben mittlerweile alleine ohne Menschen in ihrer geheimen Welt glücklich und zufrieden. Doch auch Ohnezahn vermisst seinen besten Freund sehr. Während Hicks wie jedes Jahr Essen in der Nacht vor Snoggletog vor die Tür stellt, in der Hoffnung seinen Drachen wiederzusehen, findet
Zephyr das Buch der Drachen. Fortan hält sie die Drachen für Monster, da sie im Buch als riesige Ungetüme mit scharfen Zähnen und feuerspeiende Kreaturen beschrieben. Emsig beginnt sie daraufhin ein Drachen-Verteidigungssystem vor dem Haus zu errichten, um ihre Familie zu beschützen.

Astrid und ihre Tochter Zephyr

Hicks und Astrid möchten ihre Tochter davon überzeugen, dass die Drachen friedliche Wesen sind, die den Menschen gegenüber freundlich gestimmt sind. Gemeinsam erinnern sie sich an ihre eigene Kindheit und schmieden einen Plan. Zusammen mit Grobian wollen sie an Snoggletog eine alte Tradition zum neuem Leben erwecken. Sie wollen wieder eine Aufführung inszenieren, die zeigen soll, wie Drachen und Wikinger Freunde geworden sind.

Ohnezahn und seine Familie

Zur gleichen Zeit macht sich ein Junges von Ohnezahn und seinem Weibchen auf den Weg nach Berk, um die Menschen mit eigenen Augen zu sehen. Die Elterntiere und die zwei Geschwister folgen ihm und landen heimlich auf dem Berg der Insel, wo sie im Geheimen das Treiben ihrer Wikinger verfolgen.

Die Drachenjungen

Von einem Berg aus beobachten die Drachen die Aufführung, bei der es zu einem Unglück kommt. Ein Feuer bricht aus und droht die umliegenden Behausungen in Schutt und Asche zu zerlegen. Beherzt rettet Ohnezahn Hicks und stößt dabei auf dessen Tochter. Nach diesem Erlebnis ist nicht nur Zephyr ein großer Fan der Drachen, sondern auch ihr kleinerer Bruder Nuffink.

Drachen und Menschen wieder vereint

Die Macher der Kurzgeschichte lassen kleine und große Fans der bekannten Charaktere an deren Feiertagstradition teilhaben. In 22 Minuten wird der Geist der Wikinger-Weihnacht und die Freundschaft zwischen Drachen und Menschen zelebriert. Mit amüsanten Momenten, schönen Bildern und bekannten Gags lädt der Film zu einer festlichen Unterhaltung ein.

Daten
Genre: Animation
VÖ-Kauf:12.12.2019
O-Titel: How To Train Your Dragon: Homecoming
USA 2018
Titel: Drachenzähmen leicht gemacht – Die guten alten Zeiten
FSK: 0
Laufzeit: 22 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1 (D, EN)
Bild: 1,78:1
Extras: Bonus-Clips: Von der Idee zum Film, Nachtlicht-Animation
Verleih: Universal Pictures
Copyright: © Universal Pictures

Jumanji 2: The Next Level

Jumanji 2: The Next Level
www.Jumanji-Film.de

ab 12.Dezember 2019 im Kino, 124 Minuten

Regie: Jake Kasdan

Dwayne Johnson – Dr. Smolder Bravestone
Jack Black – Prof. Shelly Oberon
Kevin Hart – Moose Finbar
Karen Gillan – Ruby Roundhouse
Danny DeVito – Opa Eddie
Awkwafina – Ming

Die Gang ist wieder da in JUMANJI: THE NEXT LEVEL, aber das Spiel hat sich verändert. Als die Freunde nach Jumanji zurückkehren, um einen aus ihrer Gruppe zu retten, stellen sie fest, dass dort nichts mehr so ist wie erwartet. Sie müssen in bislang unbekannten und unerforschten Gegenden völlig neue Herausforderungen meistern. Um dem gefährlichsten Spiel der Welt wieder zu entkommen, müssen sie staubtrockene Wüsten und schneebedeckte Berge durchqueren. (Pressetext)

Fortsetzungen haben es bei Kritikern oft schwer. Handelt es sich doch meistens nur um Wiederholungen des bereits im ersten Teil gesehenen nur mit mehr Wumms. Jumanji 2: The Next Level ist da nicht anders, es ist ja auch „nur“ das nächste Level. Was die Protagonisten natürlich nicht ahnen, wie auch die eine oder andere Verwicklung, die bereits zu Beginn des Films deutlich macht, dass ein höheres Level schwieriger als das vorige ist.

Die Protagonisten kämpfen also mit allerlei neuen Umständen, während wir Zuschauer denken, dass es eine typische Fortsetzung ist. Die Charaktere sind grundsätzlich die gleichen, Nilpferde sind wieder da, die Anzahl der Leben nimmt schneller ab, als den Helden lieb ist, Jumanji ist erstmal der gleiche Ort in einem Spiel.

Zum Glück war auch den Autoren bewusst, dass sie die Gunst des Publikums bei banalen Wiederholungen schnell verlieren könnten und so haben sie sich den einen oder anderen Kniff ausgedacht, um um den gleichen Kern eine prächtig saftige Frucht zulegen. Um dem geneigten Leser aber nicht das letzte bisschen Spannung zu nehmen, übergehe ich das aber einfach,

Weshalb schreibe ich dann überhaupt über Jumanji? Weil die Darsteller diesmal Ungewöhnliches leisten mussten. Es gibt zwar keine oscarverdächtigen Monologe, aber einige mussten die Charaktere von anderen Schauspielern übernehmen. Mit anderen Worten: Danny DeVito spielt Opa Eddie, der zu Dr. Smolder Bravestone wird, der von Dwayne Johnson gespielt wird usw.. Damit ergibt sich nicht nur in der Handlung ein Kuddelmuddel, sondern ein amüsantes Imitieren der Schauspielerkollegen wie in einer Screwballkomödie. Das schöne ist, dass es nicht ungewollt lächerlich wirkt, sondern Spaß macht.

Dazu kommt, dass mich der Film während der ganzen zwei Stunden selbst eingesaugt hat und mich wieder wie ein 12 Jähriger fühlen lassen hat. So, dass ich mich aber wohl dabei gefühlt habe. Gut, die einen oder anderen Logiklöcher hätte ich damals nicht mitbekommen, während ich sie heute großzügig übersehe, aber hey, das ganze Franchise soll doch nur Spaß machen und das tut es vorzüglich.

Ich kann also alle Filmrezensenten verstehen, die zu recht bemängeln werden, dass wir alten Wein in neuen Schläuchen serviert bekommen, aber meine Antwort ist: Der Wein schmeckt immernoch und die Schläuche sind schön anzusehen.

© Johann Hoffmann, Bilder Sony Pictures

Schwarzlicht.tv wünscht schöne Weihnachten

Es ist wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. In wenigen Wochen, wenn die Tage immer werden kürzer und die Temperaturen weiter fallen,bewegen wir uns auf die Advents- und Weihnachtszeit zu. Für ein gemütliches Beisammensein mit einem heißen Kakao oder einen leckeren Glühwein, können wir uns mit romantisch-spannenden Büchern oder atmosphärischen Filmen auf das Fest vorbereiten. Alle Highlights, die das Weihnachtsfest thematisieren, wollen wir Euch in den kommenden Wochen vorstellen.

Im Kino:

Home Entertainment:

Bücher:

Last Christmas

Last Christmas
ab 14. November 2019 im Kino

Regie – Paul Feig

Emilia Clarke – Kate
Henry Golding – Tom
Emma Thompson – Petra
Michelle Yeoh – Santa

London in der Vorweihnachtszeit: Das Leben von Kate (Emilia Clarke) verläuft alles andere als rund. Sie stolpert von einem selbstverschuldeten Chaos ins nächste und selbst ihre Arbeit als Elf in einem Weihnachtsladen beschert ihr kein Glück. Es scheint wie ein Wunder, als eines Tages Tom (Henry Golding) in ihr Leben tritt und es nach und nach schafft, die vielen Barrieren, die Kate um sich und ihr Herz aufgebaut hat, zu durchbrechen. Doch obwohl es Tom gelingt, Kate wieder Lebensfreude und Selbstvertrauen zu schenken, scheint er doch ein Geheimnis zu haben. Während sich London in ein vorweihnachtliches Lichtermeer verwandelt, lernt Kate, dass sie die Dinge manchmal einfach geschehen lassen und ihrem Herzen folgen muss oder, um es mit George Michaels Worten zu sagen: „You gotta have faith!“ (Pressetext)

(from left) Kate (Emilia Clarke) and Petra (Emma Thompson) in Last Christmas, directed by Paul Feig.

Weihnachten ist für viele das Highlight des Jahres, für manch einen jedoch die Hölle auf Erden. Emma Thompson („Kinderwohl“/„Late Night“) und Schauspielkollege Greg Wise (TV-Serie „Strange Angel“) habe das Drehbuch zu „Last Christmas“ geschrieben, ein Weihnachtsfilm über große Gefühle und den Mut einen Neuanfang zu wagen, um einen tragischen Einschnitt im Leben zu vergessen. Der Film handelt von Kate, die mir ihrem Leben schlichtweg überfordert scheint. Als Kind und Teenager war sie beliebt, ehrgeizig und besaß eine wundervolle Stimme. Doch nach einem traumatischen Zwischenfall hat Kate das Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Ihr fehlen die Emotionen, um Zuhörer mit ihrem Gesangstalent in ihren Bann zu ziehen. Und so arbeitet sie in einem Elfenkostüm als Verkäuferin in einem ganzjährig geöffneten Weihnachtsladen. Statt Freude und Spaß sorgt Kate mit ihrem Sarkasmus und der stets schlechten Laune für Frustration ihrer Chefin namens Santa (Michelle Yeoh). Diese hat jedoch ein Herz und behält Kate als Angestellte. Trotz ihres Jobs kann sich Kate keine Wohnung leisten und sucht jede Nacht nach einer Unterkunft.

(from left) Tom (Henry Golding) and Kate (Emilia Clarke) in Last Christmas, directed by Paul Feig.

Eines Tages lernt Kate den charmanten Tom (Henry Golding) kennen, den sie in den kommenden Tagen immer wieder trifft. Zunächst fühlt sie sich von ihm verfolgt, doch dann kommt sie ihm auf ungewöhnliche Weise nahe und vertraut sich ihm an. Dank ihm beginnt sie wieder, die schönen Seiten des Lebens zuzulassen. Freude und Spaß an Unternehmungen und Momenten scheinen ihr plötzlich leicht zu fallen. Und allmählich beginnt Kate sogar damit, die Fehler des vergangenen Jahres wieder gut zu machen. Eine Annäherung an ihre Mutter Petra (Emma Thompson), die sie nahezu mit ihrer Fürsorge erdrückt, fällt ihr zusehends leichter. Doch während sich Kate in Tom verliebt, geht er auf Distanz. Fest entschlossen, die Gründe dafür herausfinden, macht sie sich auf die Suche nach ihm und erfährt dabei eine schockierende Wahrheit.

(from left) Kate (Emilia Clarke) and Tom (Henry Golding) in Last Christmas, directed by Paul Feig.

Emilia Clark („Game of Thrones“) überzeugt in ihrem neuen Film mit Humor und Ironie. Vor Euphorie sprühend bis zum Tode betrübt präsentiert sie sich im kitschigen Outfit, welches ihr wunderbar steht. Henry Golding („Nur ein kleiner Gefallen“) harmoniert wunderbar mit Clarke und umgibt sie als Tom mit einer mystischen Aura. Wenn die beiden Darsteller gemeinsam durch die nächtlichen Straßen Londons pilgern, oder auf einer Parkbank sitzen, ist die Harmonie zwischen ihnen spürbar. Emma Thompson spielt im Film Kates herrlich überdrehte Mutter Petra, die iit russischem Akzent und einem ungewöhnlichen Schlaflied begeistert.

(from left) “Santa” (Michelle Yeoh) and Kate (Emilia Clarke) in Last Christmas, directed by Paul Feig.

Mit „Last Christmas“, der bereits im letzten Jahr gedreht wurde, um die Besonderheit des weihnachtlich geschmückten Londons einzufangen, werden die Erwartungen des Publikums erfüllt. Schon nach den ersten Filmminuten kann man sich sicher sein, dass man sich in einem atmosphärischen Weihnachtsfilm befindet, der einen in die richtige Stimmung versetzt. Natürlich darf man sich auch in diesem Film über das obligatorische „Weihnachtswunder“ freuen. Wie sich dies genau gestaltet, sei natürlich nicht verraten. Dass der Filmtitel auf dem gleichnamigen Song von George Michael basiert, ist jedoch kein Geheimnis. Und so freut es einen auch, dass der titelgebende Song des öfteren im Film zu hören ist, was ebenfalls für Stimmung sorgt.

Emilia Clarke as Kate in Last Christmas, directed by Paul Feig.

Fazit: Mit „Last Christmas“, aus der Feder von Emma Thompson, beschert Paul Feige dem Publikum einen unterhaltsamen Weihnachtsfilm. Emilia Clark und Henry Golding sind nicht das typische Liebespaar, können mit ihrer magischen Verbindung jedoch zum träumen und hoffen animieren.

© Sandy Kolbuch Fotos: Universal Pictures

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