The Northman

ab 21. April 2022 im Kino

Regie: Robert Eggers

Alexander Skarsgård – Amleth
Anya Taylor-Joy – Olga aus dem Birkenwald
Nicole Kidman – Gudrun
Ethan Hawke – Aurvandil
Willem Dafoe – Heimir der Narr
Claes Bang -Fjölnir
Gustav Lindh – Thorir
Björk – Seeress

Jahre sind vergangen, seit Wikingerkönig Aurvandil bei einem Anschlag hinterrücks ermordet wurde. Sein Sohn Amleth, der als Kind Zeuge der blutigen Tat war, kehrt körperlich gestählt nach Island zurück, fest entschlossen, unbarmherzig Vergeltung zu üben, seine Mutter Gudrun zu retten und den Mörder Fjölnir zur Rechenschaft zu ziehen. (Pressetext)

4179_D086_00013_RC2 (l to r.) Oscar Novak stars as Young Amleth, Ethan Hawke as King Aurvandil and Nicole Kidman as Queen Gudrún in director Robert Eggers’ Viking epic THE NORTHMAN, a Focus Features release.   Credit: Aidan Monaghan / © 2022 Focus Features, LLC

Es ist alles vorhanden, großartige Schauspieler, weite Landschaften, die Fähigkeit, grandiose Bilder auf die Leinwand zu zaubern und ein „einheimischer“ Drehbuchautor – Sjón – der uns zusammen mit Regisseur und Co-Autor Eggers eine besondere Story bringen könnte.

Könnte! An irgendeiner Stelle ist etwas ein bisschen schiefgelaufen. Es sieht alles phantastisch aus. Bildgewaltig ist wirklich das passende Wort und wir Zuschauer werden auch von der ersten Sekunde an in die Wikingerwelt hineingesogen. Wie schon bei „Der Leuchtturm“ sind die Bilder von Eggers feinstes Kinomaterial.

Um so enttäuschter war ich dann von der doch eher normalen Story, die zwar mystisch verpackt daher kommt, aber mich nicht immer hat mitfiebern lassen. Ja, es gehen viele Leute auf meistens sehr brutale Weise drauf, es ist objektiv betrachtet entsetzlich, was Menschen anderen Menschen antaten und leider noch antun, einzig, es berührt mich kaum. Der Vater stirbt – notwendig, sonst gäbe es keinen Film.
Ein Dorf wird geplündert – notwenig, sonst wäre der Protagonist nicht so, wie er ist. Ein wichtiger Nebencharakter wird gemeuchelt – der war sowieo arrogant. Warum leide ich nicht mit? Das Mitfiebern mit den Protagonisten fiel mir schwer.

Ich kenne das passende Rezept leider nicht, sonst säße ich in Hollywood. Aber ich sehe, dass hier etwas nicht ganz geklappt hat. Obwohl der Film zeitalterbedingt dreckig ist, ist die Story doch zu steril.

Gut, ich jammere auf einem hohen Niveau. „The Northman“ übertrumpft normale Hollywood Produktionen in vielen Belangen bei weitem. Ich hatte auch meine Freude an den schauspielerischen Leistungen von eigentlich allen Darstellern und mir kam der Film trotz seiner mehr als 2 Stunden auch nicht zu lange vor.

Alles gute Zeichen, nur waren meine Erwartungen vielleicht zu hoch.

Mein Fazit: Imposante visuelle Umsetzung und brutale, vielleicht sogar realistische Gewaltdarstellung, sehr gute schauspielerische Leistungen, aber inhaltlich eher Standardkost und ziemlich distanziert.

© Johann Hoffmann, Bilder/Trailer: Universal Studios

Sonic – The Hedgehog 2

www.Sonic-DerFilm2.de
ab 31. März 2022 im Kino

Regie: Jeff Fowler

Ben Schwartz – Sonic
Jim Carrey – Dr. Robotnik
James Marsden – Tom Wachowski
Idris Elba – Knuckles (Deutsch: Oliver Stritzel)
Tika Sumpter – Maddie Wachowski

Der beliebteste blaue Igel der Welt (gesprochen von Julien Bam) ist zurück und erlebt in SONIC THE HEDGEHOG 2 ein neues großartiges Abenteuer: Nachdem sich Sonic in Green Hills niedergelassen hat, will er beweisen, dass er das Zeug zum echten Helden hat. Die Gelegenheit lässt nicht lange auf sich warten, als er von seinem Erzfeind Dr. Robotnik und dessen neuem Partner Knuckles herausgefordert und auf die ultimative Probe gestellt wird. Das Bösewicht-Duo ist auf der Suche nach einem rätselhaften Smaragd, der die Macht hat, ganze Zivilisationen zu zerstören. Wie gut, dass auch der energetischste Igel der Welt Verstärkung bekommt und fortan Kumpel Tails an seiner Seite hat. Gemeinsam begeben sie sich auf eine actiongeladene Reise rund um den Globus, um den geheimnisvollen Edelstein zu finden, bevor er in die falschen Hände gerät. (Pressetext)

Teil 2 schließt nahtlos an den ersten Sonic Film an und folgt dabei teilweise der bewährten Hollywoodmethode des Mehr, Schneller und Größer. Glücklicherweise geschieht das auch in Bezug auf die Geschichte um den blauen Igel, der als sagen wir Teenager in seiner gefundenen Erdfamilie liebt. Die Erzählung geht tiefer, sein Wesen wird besser beleuchtet und die Sehnsucht nach Freunden wird noch deutlicher. Damit „menschelt“ Sonic sehr und geht noch mehr ans Herz, nicht nur beim jungen Zielpublikum. Ich würde übrigens der FSK12 Einstufung nur begrenzt zustimmen. Die österreichische „ab 8“ Einstufung passt besser. Da es weder richtig gruselige Stellen, noch realistische Gewalt gibt, ist er sogar schon für Siebenjährige akzeptabel, wobei da dann möglicherweise noch das eine oder andere nicht verstanden wird.

Spaß und Abenteuer werden auch von den kleineren verstanden und von beidem gibt es mehr als genug. Dafür sorgen auch die neuen Wesen, Ameise Knuckles und doppelschwänziger Fuchs Tails und vor allem Jim Carrey wieder als überdrehter boshafter Wissenschaftler. Er kann ja auch ganz anders, aber so ein Dr. Robotnik ist ihm einfach auf den Leib geschneidert. So viel knautschige Mimik und Gestik und sein verrückter Bart machen einfach Lust, ihm bei seinen frechen Auftritten zuzuschauen.

Es gibt eine ganze Menge aufregende Sachen zu sehen und während Kinder möglicherweise Dr. Robotniks Gadgets im Kopf bleiben, war es bei mir eine sibirische Tanzbattle, die gleichzeitig auf den ersten Blick so unpassend wirkte und doch so geschickt eingebaut wurde, dass es eine Freude war.

Kinder werden diesen Film lieben und auch Erwachsene können ihren Spaß haben, auch wenn der Film nicht so universell funktioniert, wie z.B. ein Zoomania. Doch einige Anspielungen auf andere Filme, Eastereggs und Reminiszensen an die Spiele geben älteren Semestern was zu tun.

Insgesamt ist es ein schöner Familienfilm, der die schweren realen Zeiten für zwei Stunden vergessen lässt und den schnelleren Sonic, die größere Action und das Mehr an allem anderen gut einsetzt.

© Johann Hoffmann, Bilder: Paramount

Ambulance

ab 24. März 2022 im Kino

Regie: Michael Bay

Jake Gyllenhaal – Danny Sharp
Yahya Abdul-Mateen II – Will Sharp
Eiza González – Cam Thompson
Garret Dillahunt – Captain Monroe
Keir O’Donnell – FBI Agent Anson Clark

Um die Behandlung seiner schwer erkrankten Frau zahlen zu können, wendet sich Will Sharp an die eine Person, die er normalerweise niemals um Hilfe bitten würde, seinen Adoptivbruder Danny . Aber statt ihm auszuhelfen, lockt ihn der charismatische Profidieb mit der Chance seines Lebens: ein Bankraub mit einer 32-Millionen-Dollar-Beute. Ein hoher Einsatz und ein noch höheres Risiko, doch um seine Frau zu retten, lässt sich Will auf den riskanten Überfall ein. Bis zum letzten Moment scheint tatsächlich alles zu gelingen, doch kurz bevor sie unbehelligt verschwinden können, läuft der perfekte Plan spektakulär aus dem Ruder. Um doch noch entkommen zu können, kapern die beiden Brüder einen Krankenwagen mit einem angeschossenen Cop und der routinierten Rettungssanitäterin Cam Thompson an Bord. Gejagt von allen Einsatzkommandos, Hubschraubern und jedem Polizisten der Stadt beginnt eine halsbrecherische Vollgas-Flucht durch die Straßen von Los Angeles. Die Uhr tickt, ihre Leben hängen am seidenen Faden und ganz L.A. wird zum Schauplatz der wohl explosivsten Hetzjagd aller Zeiten. (Pressetext)

Normalerweise versuche ich den Inhalt eines Films nicht zu spoilern, aber hier traue ich mich, eine Ausnahme zu machen: Es geht um eine laaange Verfolgungsjagd.

Und so simpel die Zusammenfassung, so gigantisch die Umsetzung. Michael Bay und sein Kameramann (oder besser das Kameradrohnenteam) liefern einen bombastischen Adrenalinkick, der mich tatsächlich für die zwei Stunden die Fingernägel in die Armlehnen hat krallen lassen.

Und da ich außer irgendwelchen Superlativen zu Actionsequenzen oder dramaturgischen Kniffen nicht viel zu diesem Film sagen kann, er aber so geil direkt aufs Kleinhirn wirkt, gibts mehr Bilder und weniger Text.

Wie hier schon gut zu sehen ist, zieht Michael Bay alle Register!

Zum Abschluß noch den Trailer und dann geht schön ins Kino und lasst Euch richtig weghämmern!

© Johann Hoffmann, Bilder/Trailer: Universal Studios

The Batman

ab 03. März 2022 im Kino

Regie: Matt Reeves

Robert Pattinson – Bruce Wayne/Batman
Zoe Kravitz – Selina Kyle
Paul Dano – The Riddler
Colin Farell – Oswald Cobblepott/Pinguin
Andy Serkis – Albert
Jeffrey Wright – Commisioner Gordon

Seit zwei Jahren schon durchstreift Bruce Wayne als Batman die dunklen Straßen von Gotham City und versetzt die Kriminellen der Stadt in Angst und Schrecken. Mit Alfred Pennyworth und Lieutenant James Gordon als einzigem Vertrauten inmitten eines korrupten Netzwerks von Beamten und hochrangigen Persönlichkeiten hat sich der einsame Rächer unter seinen Mitbürgern als alleinige Instanz der Vergeltung etabliert.
Als ein Killer die Elite Gothams mit einer Reihe sadistischer Anschläge ins Visier nimmt, führt eine Spur kryptischer Hinweise den besten Detektiv der Welt tief in den Untergrund, wo er auf Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman, Oswald Cobblepot alias Pinguin, Carmine Falcone und Edward Nashton alias Riddler trifft. Während seine Ermittlungen ihn immer näher ans Ziel führen und das Ausmaß der Pläne des Täters deutlich wird, muss Batman neue Beziehungen knüpfen, um den Schuldigen zu entlarven und dem Machtmissbrauch und der Korruption, die Gotham City schon lange plagen, ein Ende zu bereiten. (Pressetext)

DC Superheldenfilme haben bei mir seit Zack Snyder nicht unbedingt den besten Ruf. Sie sind eigentlich immer zu lang und zu bombastisch gewesen und am schlimmsten: Immer wenn ich gedacht habe, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, den Film zu beenden, kam noch irgendwas hinten dran.

Und jetzt die Erwartung drei Stunden einen Batman Film zu schauen. Also eine Figur, die meiner Ansicht nach mit den drei Christopher Nolan Filmen schon ausreichend be- und verarbeitet wurde, mit Christian Bale einen passenden und Eindruck hinterlassenden Hauptdarsteller hatte und bei den Spezialeffekten Maßstäbe gesetzt hat. Wer hatte doch gleich bei Justice League (und den anderen davor) Batman gespielt?
Interessiert sich noch jemand dafür? Genau. Außer hartgesottenen Fans wahrscheinlich niemand.

Trotzdem ist die Figur des Batman so eine wichtige Marke, dass immer wieder Filme über ihn gedreht werden und mit etwas Glück ist mal eine Perle dabei. Der neue Film „The Batman“ ist so ein Schmuckstück.

Genau wie der „Joker“ Film mit Joaquim Phoenix ist es nicht an vorderster Stelle ein Superheldenfilm im klassischen Sinne, sondern mal ein leichter Genrewechsel in Richtung Detektivgeschichte. Klar, Action kommt auch diesmal nicht zu kurz, aber anders als sonst.

Es herrscht eine ziemlich düstere Grundstimmung über allem und das legt sich sogar auf die Kämpfe und Verfolgungsjagden. Das Wort „langsam“ würde eine negative und von mir nicht gewollte Bedeutung ausdrücken und außerdem nicht der objektiven Wahrheit entsprechen, aber im Vergleich zu sonstigen DC und Marvel Filmen geht es ruhiger zu. Dafür ist alles etwas intensiver als in vergleichbaren Filmen der letzten Jahre im DC Kosmos.

Das tut dem Film sehr gut, denn der Zuschauer bleibt dabei und fühlt mit. Manchmal auch mit flauem Gefühl im Magen. Steht man wirklich auf der richtigen, also Batmans Seite, wenn man mit ihm eine junge Frau beim Umkleiden durchs Fernglas beobachtet? Überhaupt, ist ein Rächer ein Held?

Diese Interpretation von Batman geht vom üblichen Schwarz-Weiß Denken im Superheldengenre mehrere Schritte weiter in eine angenehme Ambivalenz, die im Zuschauer noch eine Weile nachklingt.

Ebenfalls klingt nach, dass die Hatz auf den „Bösen“ nicht geradlinig verläuft und vor allem die gemachten Fehler auch den Protagonisten zuzuschreiben sind. Apropos „Böse“. Es ist faszinierend, wie sehr sich die Antagonisten im Laufe meines Zuschauerlebens entwickelt haben. Da ist die qualitative Seite – das Böse ist nicht immer leicht zu erkennen und hat im Laufe der Zeit immer mehr Schattierungen oder charakterlichen Tiefgang erhalten. Und es gibt die „Zeitgeist“ Seite. Von eher lächerlichen Gegenspielern aus den ersten Batman Filmen über Nolans grandiosen Joker bis zu dem aktuellen Riddler, der Social Media genauso zu nutzen weiß, wie die Medien ihn nutzen. Paul Danos Riddler kommt zwar nicht an Heath Ledgers Interpretation des Jokers heran, aber ist ihm mit der Rolle an anderen Stellen voraus – aber das soll jeder Zuschauer für sich entdecken.

„The Batman“ entwickelt viele Details in seiner Story, gibt den Nebencharakteren ein gewisses Maß an Tiefe und zeigt einen nocturnen Batman in seinem ganzen Elend, dazu eine clevere Geschichte, der man gerne folgt. Das alles kostet Laufzeit. Zeit, die aber nicht verschwendet wirkt und mich sehr zufrieden aus dem Kino gehen ließ.

© Johann Hoffmann, Bilder: Warner Bros.

Uncharted

ab 17. Februar 2022 im Kino
www.Uncharted-Film.de

Regie: Ruben Fleischer

Tom Holland – Nathan Drake
Mark Wahlberg – Victor Sullivan
Antonio Banderas – Santiago Moncada
Sophia Ali – Chloe Frazer

Der clevere Dieb Nathan Drake (Tom Holland) wird von dem erfahrenen Schatzsucher Victor „Sully“ Sullivan (Mark Wahlberg) angeworben, um ein Vermögen zu bergen, das von Ferdinand Magellan angehäuft und vor 500 Jahren vom Haus Moncada verloren wurde. Was als große Heist-Aktion beginnt, entwickelt sich für das Duo zu einem rasanten Wettlauf um die Welt, um den Schatz vor dem skrupellosen Moncada (Antonio Banderas) zu erreichen, der glaubt, er und seine Familie seien die rechtmäßigen Erben. Wenn Nate und Sully alle Hinweise entschlüsseln und eines der ältesten Rätsel der Welt lösen können, haben sie die Chance, eine Beute im Wert von fünf Milliarden Dollar und vielleicht sogar Nates lange verschollenen Bruder zu finden… Aber nur, wenn sie lernen, zusammenzuarbeiten. (Pressetext)

Mark Wahlberg and Tom Holland star in Columbia Pictures' UNCHARTED. photo by: Clay Enos

Da ich mal wieder vollkommen unvorbereitet ins Kino gestürmt bin, wurde ich erstmal stutzig, als am Anfang das Logo von Playstation Games eingeblendet wurde. Ach. Die produzieren jetzt auch schon Filme?! Es hat eine Weile gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist. Aber ja, es passt und dass es mir nicht sofort aufgefallen ist, darf durchaus als Kompliment verstanden werden.

„Uncharted“ ist ein Schnitzeljagdabenteuer im Stile von Indiana Jones oder einer gut gemachten Dan Brown Verfilmung. Auch das ist als Kompliment zu verstehen. Jedenfalls geht es in hohem Tempo kreuz und quer durch die Welt ohne den Zuschauer zu über- oder unterfordern (naja, Logik muss man trotzdem genretypisch nicht allzu doll erwarten) und bietet neue Bilder – fliegende Segelschiffe zum Beispiel – die aber leider manchmal doch etwas nach CGI aussehen, aber so geil waren, dass ich mir gewünscht hätte, Christopher Nolan hätte Regie geführt und alles „in echt“ gedreht.

Andererseits vielleicht auch wieder nicht, denn Nolan hätte den Film eine Stunde länger gemacht und die knapp zwei Stunden hier, sind genau richtig gewesen, um mit einem beschwingten, leichten Gefühl aus dem Kino zu kommen und sich gut unterhalten zu fühlen.

Vielleicht wird dann der eine oder andere die Videospielreihe zur Hand Playstation nehmen und loslegen, oder wie ich sich einfach nur auf eine Fortsetzung freuen und trotzdem wieder unvorbereitet ins Kino gehen.

© Johann Hoffmann, Bilder: Sony Pictures

Moonfall

ab 10. Februar 2022 im Kino

Regie: Roland Emmerich

Halle Berry – Jo Fowler
Patrick Wilson – Brian Harper
John Bradley – KC Houseman
Charlie Plummer – Johnny Harper
Michael Pena – Tom Lopez
Wenwen Yu – Michelle

Eine mysteriöse Kraft hat den Mond aus seiner Umlaufbahn gestoßen und schickt ihn auf Kollisionskurs mit der Erde. Das Leben, wie wir es kennen, droht für immer ausgelöscht zu werden. Nur wenige Wochen vor der herannahenden Gefahr ist die ehemalige Astronautin und NASA-Offizierin Jo Fowler (Halle Berry) überzeugt zu wissen, wie sie die Menschheit retten kann. Doch nur zwei Mitstreiter sind auf ihrer Seite: Astronaut und Ex-Kollege Brian Harper (Patrick Wilson) und der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman (John Bradley). Das kleine Team startet zu einer allerletzten Mission ins Weltall und macht eine unglaubliche Entdeckung: Unser Mond ist nicht das, was wir immer glaubten… (Pressetext)

Das wichtigste vorweg: LASS DEIN GEHIRN DRAUSSEN! Wer diesen Ratschlag dringende Aufforderung berücksichtigt, wird viel Spaß haben, denn Emmerich zieht alle Register. Nach dem Film habe ich einige Zeit damit verbracht, zu überlegen, was wir denn noch als nächstes für Katastrophen zu sehen bekommen könnten und außer dass ein schwarzes Loch im CERN wächst, ist mir nichts eingefallen. Gut, ich wäre auch nie auf die haarsträubende Idee gekommen, den Mond auf die Erde krachen zu lassen, also vielleicht gibts ja etwas, was Emmerich noch einfällt.

Bis dahin lässt sich aber erstmal dieses Riesenspektakel genießen. Mit Abstrichen, wie ich leider sagen muss.
Positiv ist, dass einige Sachen sehr realistisch aussehen. Negativ ist, dass einige Sachen sehr nach Computer aussehen.

Während früher für den Film „2012“ noch 500 000 Tonnen Stahl verbaut wurden, um Erdbebenwackelsets zu bauen, wird heute eigentlich alles am Computer designt. Klar, dadurch werden die meisten absolut geil aussehenden Szenen erst möglich, aber gerade dann, wenn Menschen im Spiel sind, wirkt es manchmal zu sehr nach Studio. Apropos Menschen – die gibt es diesmal so gut wie gar nicht. Wo sind die schreiend weglaufenden Massen? Wurden diese Szenen rausgeschnitten?

Andererseits sehr positiv ist, dass das letzte Viertel des Films nochmal so richtig auf die Kacke haut – anders als ich vermutet hätte. Ich traue mich kaum, das Wort in Zusammenhang mit diesem Film zu benutzen, aber ja, inhaltlich. Und während ich die ganzen emotionalen Szenen seltsam distanziert betrachtet habe, war dieses letzte Kapitel etwas, was mich an das erste Mal „Star Trek – Der Film“ sehen erinnert hat. Ich möchte nicht verraten, worum es geht, denn richtige Spannung bietet Moonfall sonst nicht.

Es ist, was es ist. Ein richtig fetter Kracher. Popcorngigantomanie mit Plotlächern, so groß, dass der Mond durchpasst. Also nicht drüber nachdenken, reingehen und für knapp 2 Stunden die ganz anders kaputte Welt draußen vergessen. Und danach Gehirn wieder einsetzen und „Don’t look up“ schauen.

© Johann Hoffmann, Bilder: Leonine

Scream (2022) aka Scream 5

ab 13. Januar 2022 im Kino

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Neve Campbell – Sidney Prescott
Courteney Cox – Gale Riley
David Arquette – Dewey Riley
Jenna Ortega – Tara Carpenter
Melissa Barrera – Sam Carpenter
Jack Quaid – Richie Kirsch

Niemand ist sicher in Woodsboro … und jeder verdächtig! 25 Jahre nachdem eine Serie brutaler Morde das eigentlich ruhige Städtchen Woodsboro erschütterte, gibt es einen neuen Ghostface-Killer, der eine Gruppe von Teenagern ins Visier nimmt, um die tödlichen Geheimnisse der Stadt wieder aufleben zu lassen. Doch mit Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette stehen bekannte Gesichter des Horror-Franchise unter der Regie von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett bereit, um Ghostface die Stirn zu bieten. Ob sie die Regeln noch kennen, um in einem Horrorfilm zu überleben? (Pressetext)

Oh verdammt. 25 Jahre ist es her! 25 Jahre. Shout outs zum Fantasyfilmfest! Das wir alle älter geworden sind, ist eine Binsenweisheit. Das wir reifer geworden sind, eine Hoffnung. Kann denn ein fünfter Aufguß eines selbst schon nicht originären Films (Helloween lässt grüßen) unseren Herzschlag noch mal bei ein paar Jumpscares stocken lassen?

Klar, wenn ich die Frage schon so stelle, muss ein lautes Ja folgen, aber Obacht, bei Scream gibt es immer unerwartete Wendungen, vielleicht auch in dieser Filmkritik? Nur so viel: Wes Craven ist unerreicht, aber seine Nachfolger füllen die Fußstapfen ordentlich aus und bieten nicht nur solides Handwerk, sondern eine frische Sicht auf das Franchise mit einer ordentlichen Portion Humor und dem Wissen, hartgesottene Fans zufrieden stellen zu müssen.

Dafür wird auf Teile des ursprünglichen Cast zurück gegriffen, was gut ist, denn auch die drei sind 25 Jahre älter und damit auf Augenhöhe mit dem Hauptteil des Zielpublikums. Für die nächste Generation, die möglicherweise sogar freiwillig mit den Eltern gemeinsam in diesen Film geht, wurden frische Gesichter gefunden, die teils sehr gut spielen (die beiden Carpenter Mädchen) und teilweise nur nettes Beiwerk sind.

Überhaupt ist hier viel Fanservice dabei, wenn auch auf ganz andere Art als zum Beispiel bei Ghostbusters: Legacy. Die Regisseure gehen in ihrer Doppelrolle als Fans und als Dienstleister für Fans auf und servieren die typischen Nerdfragen teils ausgesprochen, teils bildlich in den Szenen.

Ganz herrlich übrigens eine Szene am Kühlschrank, wo die Kamera verdächtig nahe beim Protagonisten = nächsten Opfer? ist. Jeder, der schon mindestens einen Horrorfilm in seinem Leben gesehen hat, wird an dieser Stelle lachen müssen und sich über das Spielen mit dem Genre freuen.

„Scream 5“ schafft es mit nahezu allem, so nah an der Qualität des Originals zu sein, dass ich sagen möchte, das stolze Weglassen der 5 ist berechtigt, denn nach 25 Jahren ist die Welt reif für einen, nein, den neuen „Scream“!

© Johann Hoffmann, Bilder: Paramount Pictures

The King’s Man: The Beginning

ab 06. Januar 2022 im Kino

Regie: Matthew Vaughn

Ralph Fiennes – Orlando Oxford
Gemma Arterton – Polly
Rhys Ifans – Rasputin
Tom Hollander – Diverse Rollen 😉
Daniel Brühl – Erik Jan Hanussen
Harris Dickinson – Conrad Oxford
Djimon Hounsou – Shola
August Diehl – Vladimir

Die schlimmsten Tyrannen und kriminellen Masterminds der Menschheitsgeschichte schmieden gemeinsam den Plan, mit einem Krieg Millionen Menschen weltweit auszulöschen. Nur ein Mann kann sich ihnen in einem Wettlauf gegen die Zeit stellen. Erleben Sie die atemberaubende Entstehungsgeschichte des allerersten unabhängigen Geheimdienstes. Sie sind smart, stilvoll und beherrschen jeden noch so ausgefallenen Trick. (Pressetext)

Dieses neue King’s Man Spektakel ist noch wilder als die ersten beiden Filme. Diesmal allerdings nicht wegen des Humors, sondern aufgrund der, ähm, sehr großzügigen Interpretation der Geschichte Anfang des letzten Jahrhunderts. Also die Zeit um den ersten Weltkrieg.

Harris Dickinson as Conrad and Ralph Fiennes as Oxford in 20th Century Studios’ THE KING’S MAN. Photo credit: Peter Mountain. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Wer ist dafür verantwortlich und wer stellt sich dagegen? Was haben Rasputin und Lenin gemeinsam? Welcher Regent ist ein guter und dürfen Frauen mehr als den Tee servieren?

Ein buntes Sammelsurium zu einem großen Spannungsbogen mit einem leicht überraschenden Antagonisten gemixt. Ja, es ist kurzweilig und an vielen Stellen ein guilty pleasure.

Centre left (in hat) Daniel Bruhl as Erik and right, Valerie Pachner as Mata Hari in 20th Century Studios’ THE KING’S MAN. Photo Credit: Courtesy of 20th Century Studios. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Aber es ist auch ein Plädoyer für Frieden. Allein dafür gefällt mir dieses Prequel schon. Die unabhängigen Spione sind auch diesmal wieder einen Kinobesuch wert.

© Johann Hoffmann, Bilder: Disney Pictures

Spider-Man – No Way Home

ab 15. Dezember 2021 im Kino

Regie: Jon Watts

Tom Holland – Spider-Man/Peter Parker
Zendaya – MJ
Willem Dafoe – Grüner Kobold
Alfred Molina – Dr. Otto Octavius
Benedict Cumberbatch – Dr. Strange
Jon Favreau – Harold „Happy“ Hogan
Marisa Tomei – Tante May

Zum ersten Mal in der Filmgeschichte von Spider-Man ist die Identität unseres freundlichen Helden aus der Nachbarschaft enthüllt – was seine Pflichten als Superheld mit seinem normalen Leben in Konflikt bringt und wodurch diejenigen, die ihm am meisten am Herzen liegen, in Gefahr geraten. Als er die Hilfe von Doctor Strange in Anspruch nimmt, um sein Geheimnis wiederherzustellen, reißt dessen Zauber ein Loch in ihre Welt und setzt die mächtigsten Schurken frei, die jemals ein Spider-Man in irgendeinem Universum bekämpft hat. Jetzt ist es an Peter, seine bisher größte Herausforderung zu meistern, die nicht nur seine eigene Zukunft für immer verändern wird, sondern auch die Zukunft des Multiversums. (Pressetext)

Spider-Man: No Way Home

Ja, ja, jaaaa! So muss ein Superhelden Film heutzutage sein. Die altbekannten Geschichten kreativ neu verpacken reicht nicht aus, es muss noch etwas mehr sein.

11166654 - SPIDER-MAN: NO WAY HOME

Während dieses „Mehr“ eine Zeit lang aus reinen Computereffekten bestand, konzentriert man sich zum Glück inzwischen wieder stärker auf den Inhalt. Wobei „Spider-man“ zwangsweise fast nur aus Computergrafik besteht, die aber passend eingebettet ist und an der Stelle, wo sie sehr offensichtlich ist, auch gleichzeitig mein Highlight darstellt: Dann, wenn Spider-man und Dr. Strange sich durch das Spiegeluniversum kämpfen. Das habe ich schon beim ersten Dr. Strange Film geliebt und sieht auch diesmal wieder genial aus.

So, jetzt aber zum wirklich überraschend guten an diesem Film: Die Zusammenarbeit zwischen Sony und Marvel bzw. Disney. Normalerweise gilt ja eher der Spruch, dass viele Köche den Brei verderben, aber hier ist die Kollaboration in meinen Augen erfolgreich gewesen. Viele kleine und große Dinge wurden passend zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zusammengesetzt.

Spider-Man and Electro in Columbia Pictures' SPIDER-MAN: NO WAY HOME.

Wie auch schon bei dem neuen Ghostbusters Film hatte ich den Eindruck, dass es nicht nur um Fanservice geht, sondern jemand mit Freude an der Sache und Herz an der richtigen Stelle dahintersteht. Es gibt unglaublich viele Referenzen und Anspielungen, aber ohne wie bei Star Wars oft schlechte Kopien zu sein.

Zum Inhalt werde ich nichts verraten, der Pressetext oben ist schon fast zu viel. Es ist diesmal keine banale Allerweltsgeschichte und zum Glück muss auch nicht wieder die ganze Welt gerettet werden. Spidey ist der freundliche, warmherzige Held von nebenan, das ist toll anzusehen und geht sogar etwas ans Herz.

Edit: Nachdem jetzt einige Tage ins Land gegangen sind, geht mir dieser Film immer noch durch den Kopf. Was vielleicht auch daran liegen kann, dass ich ein bisschen für die Promotion des Films an Berliner Schulen verantwortlich bin, aber ganz bestimmt daran liegt, dass der Film einfach gut ist.
Egal welche Sekretärin oder welcher Schüler, ich schwärme von Spider-Man: No Way Home, weil alles stimmig ist und diesen Superhelden Film zu einem der besten seiner Art macht.
Und es gilt weiterhin: je weniger man weiß, um so mehr Spaß macht es, in das Abenteuer zu versinken.

Geht ins Kino, so lange es noch geht! Es lohnt sich!

© Johann Hoffmann, Bilder: Sony/Marvel

Christmas On The Range – Ein Tierarzt zu Weihnachten

Nach dem Tod ihres Vaters hat Kendall (Erin Cahill) dessen Farm geerbt. Mit aller Kraft versucht sie, die Farm auf biologischen Ertrag umzubauen, um das begehrte Bio-Gütesiegel zu erhalten. Ihre Freunde Marcus (Dash Pomerantz) und Memphis (Dawntavia Bullard) unterstützen sie dabei tatkräftig. Als während einer schwierigen Geburt eines Kalbs plötzlich Tierarzt Clint (Nicholas Gonzalez) vor ihr steht, der ihr ebenfalls seine Hilfe anbietet, ist Kendall frohen Mutes. Doch dann findet sie heraus, dass Clint der Sohn von Nachbar Brick McCree (A Martinez) ist, der ihr täglich das Leben schwer macht, weil er ihr die Ranch mit allen Mitteln abkaufen will.
Doch nach und nach erkennt Kendall, dass Clint wenig mit seinem Vater gemeinsam hat, auch wenn er versucht, diesem zu helfen, da er an Krebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Als er sich dennoch direkt gegen die Machenschaften seines Erzeugers wendet und dafür die Wut dessen Vollstrecker Hank am eigenen Leib zu spüren bekommt, erkennt Kendall seine ehrlichen Absichten. Clint beschließt daraufhin, alles zu tun, um Kendall zu helfen, die Farm behalten zu können. Als sie beide sich dabei hilfesuchend an Clints Mutter wenden, erfahren sie eine Geschichte, mit der sie nicht gerechnet hätten. Und so veranstalten sie frohen Mutes eine Hilfsorganisation, von der sie sich alle viel erhoffen.
In malerischen Bildern wird eine typisch amerikanische Farm zum Leben erweckt, die als Lebensunterhalt einer jungen Frau dient, die ihr Erbe in Ehren halten will. Vor weihnachtlicher Kulisse wird eine Familienfehde ausgefochten, für die die Anwesenden nichts können, die jedoch vom gegnerischen Farmbesitzer dennoch nicht begraben werden kann. Familiäre Nöte und Auseinandersetzungen dienen dem dramatischen Wendepunkt der Geschichte. Das weihnachtliche Ambiente im Hintergrund versprüht Charme.
Die natürlichen Bilder der Landschaft harmonieren mit den gemütlichen Innenbildern, in denen die Dekorationen gut zum Einsatz kommen. Natürliche Farben sowie typische Weihnachtselemente sind gleichermaßen sauber wiedergeben. Leise Musik im Hintergrund, der Alltag auf der Farm sowie die Klänge des Balls fügen sich zu einem funktionellen Klangteppich zusammen, in dem die Dialoge gut verständlich eingebettet sind.

Der rustikale Weihnachtsfilm erfreut das Herz von Tierliebhabern ebenso wie Weihnachtsfreunde.

Daten
Studio Hamburg Enterprises
USA 2019
Romance
L: 90 Minuten
FSK 6
TF: DD 5.1 de, en
B: 16:9
R: Gary Wheeler
D: Erin Cahill, Nicholas Gonzalez, A Martinez, Lindsay Wagner
Extras: Trailer

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